Das Versprechen von KI für das Business Transformation Management ist eindeutig
Laut einer aktuellen Studie in Zusammenarbeit mit Oxford Economics erwarten 52 % der Unternehmen, dass KI ihre Umsetzung von Transformationsinitiativen erheblich beeinflussen wird. Doch aktuell setzen nur 34 % KI tatsächlich zur Unterstützung ihrer Transformationsmaßnahmen ein. Diese auffällige Lücke zwischen Erkenntnis und Umsetzung ist vielleicht auch in Ihrem Unternehmen spürbar.
Denken Sie an Ihr letztes oder Ihr aktuelles Transformationsprojekt. Sie verfügen wahrscheinlich über riesige Datenmengen in verschiedenen Systemen, hunderte von Gesprächen mit Stakeholdern und Feedback-Dokumenten sowie KPIs, die Jahre zurückreichen. Aber wie viele andere Unternehmen zögern Sie vielleicht, sich von KI bei der Bewältigung dieser Komplexität helfen zu lassen.
Das Ergebnis? Ihre Teams verschwenden unzählige Stunden mit manuellen Aufgaben, die KI optimieren könnte – von der Datenanalyse über die Berichterstellung und die Erkennung von Prozessengpässen bis hin zu Ergebnisprognosen. Durch die Fähigkeit von KI, objektive Erkenntnisse zu gewinnen, könnten Abteilungssilos beseitigt werden, während ihre generativen Funktionen von der Dokumentation bis hin zum Lösungsdesign einfach alle Schritte beschleunigen könnten. Ohne diese Vorteile nehmen Ihre Initiativen unter Umständen mehr Zeit in Anspruch und liefern einen geringeren Mehrwert, als sie sollten.
Gründe für die Zurückhaltung – häufige Hindernisse auf dem Weg zur KI-Nutzung
Sehen wir uns die typischen Bedenken an, die eventuell auch Ihr Unternehmen davon abhalten, KI im Business Transformation Management einzusetzen.
Ethische Bedenken und Vertrauen
Sie fragen sich wahrscheinlich: Wie können wir sicherstellen, dass unsere geschäftskritischen Änderungen mithilfe von KI transparent und nachvollziehbar entschieden werden? Vielleicht machen Sie sich Sorgen über algorithmische Verzerrungen, die sich auf Personalentscheidungen auswirken, oder über mangelnde Klarheit bei von KI empfohlenen Prozessänderungen. Diese Bedenken sind berechtigt, sie sollten jedoch das Potenzial von KI, die Fairness tatsächlich zu erhöhen und menschliche Voreingenommenheit bei wichtigen Entscheidungen zu verringern, nicht in den Hintergrund drängen. Zudem sollte es selbstverständlich sein, dass beim Einsatz von KI für die Generierung von Maßnahmen und für die Kommunikation immer menschliche Kontrolle erforderlich ist.
Unzureichende Datenqualität und ‑verfügbarkeit
Betrachten Sie Ihre Datenlandschaft für das KI-Training. Ist sie über mehrere Systeme verstreut oder fehlt es ihr an der Qualität und dem Volumen, die Sie zum Trainieren effektiver KI-Modelle benötigen? Damit sind Sie nicht allein. Viele Unternehmen tun sich schwer mit dem Zugriff auf hochwertige, umfassende Datensätze und deren Aufbereitung – insbesondere bei dem Versuch, die komplexen Wechselbeziehungen und Geschäftsregeln zu erfassen, die für das Training von KI zur effektiven Unterstützung von Transformationsinitiativen erforderlich sind.
Bedenken hinsichtlich der Kontrolle und Arbeitsplatzsicherheit
Ihre größte Hürde entbehrt nicht einer gewissen Ironie: Der Umgang mit Veränderung rund um ein Tool für das Änderungsmanagement. Ihre Mitarbeitenden sträuben sich womöglich gegen KI-gestützte Ansätze, weil sie fürchten, dass Entscheidungen über ihre Zukunft nicht mehr von Menschen, sondern von Algorithmen getroffen werden. Dieser Widerstand beruht in der Regel auf falschen Vorstellungen über die Rolle der KI in Ihrem Transformationsprozess.
Unsicherheit bezüglich Investitionen und ROI
Um die Unterstützung der Unternehmensleitung zu gewinnen, sollte deutlich werden, dass die Verwendung von KI für Transformationsinitiativen zu einem klaren ROI führt. Die potenziellen Vorteile sind erheblich, jedoch brauchen Sie einen überzeugenden Business Case, der durch messbare Ergebnisse gestützt wird – von Produktivitätssteigerungen und Kosteneinsparungen bis hin zu höherer Entscheidungsgeschwindigkeit und ‑genauigkeit. Deshalb sollten Sie sowohl die schnellen Erfolge als auch den langfristigen strategischen Mehrwert sorgfältig dokumentieren.
Kompetenzlücken und mangelndes Verständnis
Da es KI erst seit relativ kurzer Zeit gibt und sie sich ständig weiterentwickelt, ist es mitunter schwierig, Arbeitskräfte mit dem richtigen Fachwissen zu finden. Vermutlich brauchen Sie Spezialisten, die sowohl mit KI-Funktionen als auch mit dem Management von Transformationsprojekten vertraut sind – eine seltene Kombination auf dem heutigen Arbeitsmarkt. Diese Lücke besteht auf jeder Ebene – ganz gleich, ob Sie nach KI-Entwicklern suchen, die sich auch mit Geschäftsprozessen auskennen, oder nach Führungskräften, die strategische Chancen durch KI erkennen – und bremst Sie bei der effizienten Einführung und Skalierung von KI unter Umständen aus.
Fünf Grundsätze für eine KI-gestützte Unternehmenstransformation
Die erfolgreiche Nutzung von KI in allen Phasen des Lebenszyklus der Unternehmenstransformation erfordert einen systematischen Ansatz, der alle Hindernisse adressiert und zugleich den Fokus auf den geschäftlichen Mehrwert legt.
1. Bauen Sie ein Ethik-Framework auf
Beginnen Sie mit einer klaren Governance, die eine verantwortungsvolle KI-Nutzung sicherstellt. KI bietet datengestützte Erkenntnisse, die menschliche Entscheidungen bei der Transformation unterstützen, aber nicht ersetzen. Wenn beispielsweise Prozesse für die Transformation priorisiert werden, kann KI mehrere Variablen analysieren und Muster aufdecken, um Führungskräften den Weg zu fundierten Entscheidungen zu ebnen, gleichzeitig werden jedoch der menschliche Kontext und das menschliche Urteilsvermögen berücksichtigt.
2. Versorgen Sie Ihre KI mit hochwertigen Daten
Behandeln Sie Ihre Daten als strategische Ressource für die Transformation. Das bedeutet, dass Ihre KI-Modelle von Anfang an mit umfassenden, hochwertigen Daten trainiert werden. Validierte Tools und Plattformen können diesen Prozess beschleunigen, indem sie bewährte Frameworks für die Datenvorbereitung und ‑verwaltung liefern.
3. Stellen Sie bei Ihrer Änderungsstrategie die Menschen an die erste Stelle
Konzentrieren Sie sich auf einen Change-Management-Ansatz, in dem Ihre Teams KI als Werkzeug nutzen und nicht durch sie ersetzt werden. Wenn Ihre Mitarbeitenden verstehen, wie KI den manuellen Aufwand reduziert und dabei hilft, Erkenntnisse und Chancen zu Tage zu bringen, lassen Ängste und Widerstände in der Regel nach. Ihre Schulungsprogramme sollten verdeutlichen, wie KI im Transformationsmanagement menschliche Fähigkeiten ergänzt und nicht versucht, an die Stelle des menschlichen Urteilsvermögens zu treten.
4. Fangen Sie klein an und skalieren Sie dann nach oben
Starten Sie mit zielgerichteten Pilotprojekten, die den Vorteil von KI im Kontext spezifischer Herausforderungen bei der Transformation demonstrieren. So können sich Ihre Teams mit KI-Funktionen vertraut machen und zugleich messbare Erfolge erzielen. Mit zunehmendem Fachwissen weiten Sie den Einsatz schrittweise auf größere Initiativen aus und nutzen dabei die gewonnenen Erkenntnisse, um Ihren Ansatz zu präzisieren und den ROI zu validieren.
5. Bauen Sie KI-Kenntnisse und ‑Kompetenzen auf
Stärken Sie das Vertrauen Ihrer Teams in KI, indem Sie Schulungen und praktische Erfahrungen mit KI-gestützten Transformationstools anbieten. Konzentrieren Sie sich auf praktische Anwendungen, die zeigen, wie KI ihre Arbeit bereichern kann. Mit zunehmenden KI-Kenntnissen in Ihrem Unternehmen sind Sie besser in der Lage, die Chancen, die KI eröffnet, in allen Transformationsinitiativen zu erkennen und umzusetzen.
Vom KI-Potenzial zur tatsächlichen Transformation
Unternehmen profitieren bereits von messbaren Vorteile durch KI-gestützte Transformationsinitiativen – von schnelleren Prozessanalysen bis hin zu präziseren Wirkungsbewertungen. Die Chancen sind beträchtlich. Aber der Erfolg beruht auf einem durchdachten Ansatz, der Innovation mit verantwortungsvoller Umsetzung in Einklang bringt.
Transformation ist keine Hauruck-Aktion nach dem Motto „Alles oder nichts“. Entscheidend ist, dass Sie sich zu Beginn Ihres Prozesses bewusst machen, welche Herausforderungen und Chancen vor Ihnen liegen. Indem Sie Hindernisse systematisch angehen und mit den richtigen Tools und Fachkenntnissen die Transformation fördern, können Sie dafür sorgen, dass das Potenzial von KI praktisch genutzt und im Sinne Ihrer Initiative ausgeschöpft wird.
Es geht nicht um die Frage, ob Sie KI für Ihr Transformationsmanagement einsetzen sollten, sondern vielmehr, wie Sie dies auf verantwortungsvolle und effektive Weise tun können. Erfahren Sie mehr in unserem Leitfaden „Einsatz von KI zur Steuerung der Unternehmenstransformation: Wie Sie das Potenzial nutzen und Fallstricke vermeiden“.